Emanuel

Herzenswünsche

Wenn jemand als Kenner landwirtschaftlicher Maschinen bezeichnet werden kann, dann der 10-jährige Emanuel. So erstaunt es auch kaum, dass der Knabe seine Mutter bestürmte, einmal einen Tag lang bei der Maisernte helfen zu dürfen. Natürlich wollte er dabei nicht nur zu Fuss gehen, nein! Hoch auf dem Maishäcksler wollte er trohnen und sein Werk von oben bestaunen!

Der Tag, der zu Emanuels schönstem Tag werden sollte, begann ganz unspektakulär: ein normaler Mittwoch in den Herbstferien, leicht bewölkt und bereits etwas kühler. Nur dass die Mutter schon am Vorabend mit dem Jungen aus den Ferien im Bündnerland nach Hause gereist war oder der unerwartete Spaziergang am Nachmittag hätten Verdacht erwecken können, auf das, was Emanuel erwartete.
 
Hinter dem Spielplatz war schon bald der Lärm zu hören, der Musik in Emanuels Ohren ist: das Rattern und Dröhnen eines Maishäckslers! Wie per Zufall forderte der freundliche Landwirt den Knaben auf, näherzutreten. Doch das T-Shirt und vor allem auch der Modell-Häcksler, welcher er ihm kurz darauf überreichte, liess Emanuel wohl schon ahnen, dass mehr dahinter steckt. Er machte ganz grosse Augen, als der Bauer ihn schliesslich einlud, mit ihm auf den Maishäcksler zu klettern. Andächtig stieg er auf das geliebte, bisher nur aus der Ferne bewunderte Gefährt. Und dann ging's erst so richtig los! Während mehreren Stunden häckselten die beiden, was das Zeug hielt. Vom Maisfeld blieb nicht mehr viel übrig und die rund 50 Ballen, die sie produziert hatten, zeugten von der getanen Arbeit. Emanuel konnte sein Glück kaum fassen und für ihn ist sonnenklar, was er einmal werden will, wenn er gross ist...
 
Noch heute hört die Mutter ihren Emanuel, den Mini-Maishäcksler im Arm, hin und wieder Worte wie "Mähdrescher" und "Maishäcksler" im Schlaf murmeln; Zeichen eines seeligen Traums.

Zurück