Cyrill - 2000. Wunsch

Herzenswünsche

Am Donnerstag, 13. November 2014 hat die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe den 2000. Herzenswunsch erfüllt. Dieser 2000. Wunsch ist der eines herzkranken Jungen und widerspiegelt die Einzigartigkeit der Herzenswünsche, welche die Stiftung seit ihrer Gründung 1993 für kranke und behinderte Kinder erfüllt. Der 12-jährige Cyrill durfte mit zwei Profi-Unihockey-Goalies trainieren.

Cyrill ist seine Anspannung deutlich anzumerken. Sie lässt sich auch hinter seiner gut gepolsterten, grell-orangen Unihockey-Goalie-Ausrüstung nicht verstecken. Er, der normalerweise redet ohne Unterlass, wartet andächtig und fast schon scheu in der Lobby des Sportzentrums Zuchwil auf seine Idole Samuel Zimmermann und Nicolas Wolf. Heute geht dank der Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe nämlich sein Herzenswunsch in Erfüllung: ein Training mit den beiden Torhütern des mehrfachen Unihockey-Schweizermeisters Wiler-Ersigen und ihres Zeichen zwei der besten ihrer Klasse in unserem Land.

Seine beiden Vorbilder begrüssen den jungen Nachwuchstorhüter wie einen alten Kollegen und ziehen ihn sofort in das eigens für ihn vorbereitete Training ein: Zum Einwärmen drehen sie ein paar Runden und fangen - balancierend auf der schmalen Kante von umgekippten Bänken – Bälle, die sie sich zuwerfen. Doch schon bald kann Cyrill im Tor zeigen, worauf ein Unihockey-Goalie wirklich achten muss. Gefragt sind eine schnelle Reaktionsfähigkeit, Beweglichkeit und eine gute Körperspannung. Der 12-jährige, der mit einem schweren angeborenen Herzfehler lebt und selber als begeisterter Torhüter bei den C-Junioren von Unihockey Kaiseraugst mitspielt, legt sich voll ins Zeug. Er hält Bälle, die Samuel Zimmermann und Nicolas Wolf in sein Tor zu schleudern versuchen, hört konzentriert zu, wenn ihm einer der beiden Profis Tipps gibt und freut sich über ihr Lob. Seine Wangen glühen hinter dem vergitterten Helm – vor Anstrengung, aber auch vor Stolz und Freude.

Eine geschlagene Stunde halten die beiden Keeper den Jungen auf Trab, der mit seiner Leidenschaft für Unihockey sowohl seine Schwestern als auch seine Mutter angesteckt hatte. Er saugt alles in sich auf und rennt nur zwischendurch kurz zu seiner Familie, um einen grossen Schluck aus der Wasserflasche zu trinken. Inzwischen füllt sich die Halle langsam mit den Mitgliedern von Wiler-Ersigen, darunter einige der weltbesten Unihockey-Spieler.
Um halb sieben ruft der Trainer des Clubs all seine Spieler zur taktischen Besprechung in die Kabine. Dabei darf auch Cyrill nicht fehlen. Was besprochen wurde, will er danach nicht erzählen. Es soll ja später nicht in der Zeitung stehen… Sein Stolz darüber, zu den Grossen zu gehören, steht ihm aber ins Gesicht geschrieben. Bevor es erneut zurück aufs Feld geht, überraschen Samuel Zimmermann und Nicolas Wolf ihren Schützling mit signierten T-Shirts des Schweizer Meisters. Cyrills Augen leuchten. Doch damit nicht genug: Simon Stettler, Projektleiter Events von Swiss Unihockey und ebenfalls Spieler bei Wiler-Ersigen, überreicht dem Jungen und seiner Familie Tickets für die Unihockey-WM in Göteborg. Nun scheint Cyrills Glück endgültig perfekt und der Abend kaum noch zu überbieten.

Dennoch steht das Highlight dem Nachwuchstalent noch bevor: Alle Spieler in der Halle machen sich nämlich bereit zum „Einschiessen“. Innert kürzester Zeit versuchen alle, einen Ball ins Tor zu schleudern. Dort steht mutig und allein der 12-jährige Cyrill. Im Sekundentakt und untermauert von lauter Rap-Musik schmettern die Bälle gegen das Tor. Cyrill hält, was er kann, wirft sich nach links und nach rechts und setzt dabei auch seine eben gelernten Tricks ein. Nach ein paar Minuten hat der junge Keeper seine Feuertaufe mit Bravour bestanden, was die Spieler mit einem anerkennenden Klopfen mit den Stöcken auf den Boden bezeugen.

Nun ist es für Cyrill Zeit zu Verschnaufen. An der Bande sitzend schaut er dem Training seiner Lieblingsmannschaft konzentriert zu. Die Spannung ist aus seinem Gesicht gewichen. Auf die Frage, ob er sich seine Wunscherfüllung so vorgestellt hat, lächelt er verschmitzt und meint: „Nein, es war besser! Am meisten hat mir das Einschiessen mit der ganzen Mannschaft gefallen, das war wirklich cool!“ Das kann man gut verstehen, denn hier konnte er zeigen was er kann. Seine Freude und sein Eifer, die er für seine Sportart aufbringt, sind wohl die grösste Stärke des Jungen. Das jedenfalls meint am Ende auch der Goalie Samuel Zimmermann. Sie seien die wichtigste Voraussetzung, um im Unihockey weiterzukommen. Cyrill jedenfalls ist am Ende des Abends überglücklich und wird all die Tipps und Tricks bestimmt auch in sein nächstes Spiel der C Junioren in Kaiseraugst einfliessen lassen.

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