Italienkunstreise

Sternenprojekte

Vom 13.-22. Juni 2013 reiste eine Klasse der Sonnhalde Gempen als Abschluss einer Kunstgeschichtsepoche der Renaissancezeit nach Italien. Diese Epoche hatte bei den Schülern im Unterricht grosse Resonanz  ausgelöst. Daraus entstand das Bedürfnis Orte dieses Geschehens aufzusuchen. Die Sternschnuppe machte diesen Wunsch möglich. Der Leiter der Grundschule, Christoph Himmelsbach, berichtet:

Am Donnerstagmorgen, den 13. Juni um 5.30 Uhr ging es vom Bahnhof Dornach aus los. Die Schüler und ihre Eltern warteten schon gespannt auf den Sonnhaldebus. „Was wird uns erwarten auf dieser Reise?“ Man sah die Frage in allen Gesichtern. Ausgerüstet mit GPS ging die Fahrt Richtung Süden. Der erste Halt zum Frühstück war noch in der Schweiz in Bellinzona.

Der nächste Halt war im Parkhaus Molino Dorino in Milano. „Finden beide Autos die richtige Ausfahrt in Milano oder gehen wir schon zu Beginn der Reise verloren?“ fragten wir uns. Nun, alles hat geklappt. Mit der Metro ging es dann ins Zentrum von Milano.

Das Abendmahl von Leonardo da Vinci, das wir im Kunstunterricht intensiv behandelt hatten, wollten wir nun im Original sehen. Nicoletta hat im Voraus unsere Eintritte organisiert, ein sehr schwieriges Unterfangen, musste man doch schon drei Monate früher seine Eintrittszeit online vorbestellen. Dann standen wir zur vorbestellten Zeit in der Kolonne vor dem Museum inmitten von Chinesen, Japanern, Amerikanern, also einem internationalen Publikum; ein Moment einer gelebten Inklusion. Punkt 10.45 h ging die Tür für uns auf und wir standen überwältigt im Klosterraum mit dem besagten gewaltigen Wandbild des Abendmahles. Kein Wunder, dass aus allen Erdteilen Menschen dieses Bild aufsuchen.

Anschliessend schlenderten wir noch durch Milano, sahen die wohlhabende Stadt, aber auch die randständigen Menschen, die nur mit Betteln ihre wenigen Bedürfnisse decken können.

Müde und erschöpft erreichten wir unser Hotel in Firenze und freuten uns auf die erste echte italienische Pizza. Am nächsten Tag suchten wir dann die Spuren  Michelangelos. Wir kamen zur Menschenschlange bei der Accademia Gallery. Doch dank der guten Vorbereitung der Reise durch Nicoletta wurden wir direkt eingelassen. So standen wir vor den riesigen Marmorblöcken, aus denen einmal mehr, einmal weniger Konturen einer Skulptur sichtbar wurde. Ein unglaublicher Eindruck, wie aus dem toten Stein lebendige Figuren entstanden sind. So unfertig die „Sklavengestalten“ auch sind, so intensiv wirkte der Ausdruck des „Geborenwerdens“ auf uns. Als Kontrast dazu stand dann die gewaltige Skulptur des Davids, die bis in Detail ausgeschafft ist.

Nach einer Mittagspause im Hotelgarten nahmen wir wieder den Weg ins Zentrum zum Dom. Von weitem sah man die Domkuppel. Über 600 Stufen mussten wir überwinden, bis wir es geschafft hatten, oben auf der Plattform zu stehen. Für einige war das ein gewagtes Abenteuer. Doch wir haben es geschafft und konnten die herrliche Weitsicht weit über Firenze hinaus geniessen.

So wie wir den äusseren Himmelsbogen auf dem Dom erlebten, öffnete sich das gewaltige Kuppelbildnis des Baptisteriums über uns. Die ganze Menschheitsgeschichte ist dort in Goldmosaik abgebildet. Um es richtig sehen zu können, legten sich einige Schüler auf dem Fussboden auf den Rücken, was natürlich die zahlreichen Aufseher sofort auf den Plan rief. Zum Schluss des Tages erlebten wir dann noch als Höhepunkt die ergreifende Pieta von Michelangelo im Dommuseum.

Der dritte Tag war den Uffizien und der Stadt gewidmet. Im Vorfeld der Reise haben wir den Entwicklungsbogen der Renaissancezeit anhand der grossen Maler besprochen und so suchten wir in den Uffizien die entsprechenden Bilder auf. Was wir im kleinen Druck im Klassenzimmer betrachtet hatten, sahen wir dann im Original. Überwältigend war auch das Hineintauchen in den Touristenstrom. Wir waren froh, dass wir uns immer wieder gefunden haben.

Der zweite Teil der Reise galt mehr den Natureindrücken und dem Vergnügen auf der wunderbaren Insel Elba. Logiert haben wir in zwei kleinen Häusern mitten in einem alten, verwilderten Rebberg mit einer prachtvollen Aussicht aufs Meer. Täglich durften wir das beeindruckende, farbintensive Untergehen der Sonne ins Meer mitverfolgen. Anschliessend zeigten sich die ersten Sterne, die sich dann zu einem prachtvollen Sternenhimmel über uns entwickelten. Unten und um uns herum funkelte es von unzähligen Leuchtkäfern. Eindrucksvoller hätte die Johannistimmung nicht sein können.

Auch das Baden kam nicht zu kurz. Doch plötzlich mussten wir die Erfahrung machen, dass das herrliche Meer von roten Feuerquallen bevölkert wurde. Unser unermüdliches Quallenfischen half leider nichts. Dafür unternahmen wir eine tolle Wanderung bis zum Monte Cabanne. Bei den alten Minen auf der Halbinsel von Capoliveri fanden wir dann am nächsten Tag einen speziellen Strand mit grossen Wellen ohne Quallen. Wir konnten wieder aufatmen.

Tief und reichhaltig beschenkt von den unzähligen Eindrücken kehrten wir am Samstagabend den 22. Juni 2013 todmüde zurück. Wir wurden von einer dankbaren Elternschar in Gempen herzlich begrüsst.

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