Loris

Herzenswünsche

Panzer, Camouflage-Kleider und Spielzeuggewehre – der 15-jährige Loris ist so richtig im Militär-Fieber. Wegen seinem Down-Syndrom wird er selbst nie die Rekrutenschule besuchen können. Einen Tag als Soldat zu erleben, diesen Wunsch konnten wir ihm aber gemeinsam mit dem Schweizer Militär erfüllen.

Taxi fahren? Langweilig! Vor Loris' Daheim fuhr Anfang März ein eindrücklicher Radschützenpanzer vor, um den Jugendlichen und seine Familie für sein grosses Abenteuer abzuholen. Adjutant Unteroffizier Jvan Coldoni und die beiden Wachtmeister Irsslinger und Knechtle überreichten Loris als erstes die richtige Ausrüstung für diesen Tag bei der Infanterieschule 11 in Herisau: eine Uniform mit seinem Namen, dem Abzeichen als Füsilier und den «Grabstein», die Erkennungsmarke mit seinen Angaben.

Zusammen mit seiner Familie durfte Loris im Panzer Platz nehmen und wurde zum Ausbildungszentrum Ramsen «verschoben». Als erstes standen dort die Ausbildung im Fahrschul- und Schiesssimulator auf dem Programm. Die Militärs liessen sich von Loris’ Begeisterung rasch anstecken und erklärten ihm mit viel Herz, Geduld und Hingabe alle wichtigen Details. Loris, der wegen seiner Behinderung nur wenige Worte spricht, war die Freude von weit her anzusehen.

Nach dem anstrengenden Ausbildungsprogramm kam das Mittagessen mit der Truppe wie gelegen. Doch für eine lange Pause blieb keine Zeit. Ein richtiger Soldat muss schliesslich wissen, wie man das Gewehr auseinandernimmt und in nützlicher Frist wieder zusammenbaut. Auch diese Hürde nahm Loris dank den fachkundigen Erklärungen problemlos.

Zum Schluss musste sich Loris auf dem Kommandoposten melden. Seine nächste Aufgabe: Kontrollieren der Zimmer und der Nasszellen. Dafür musste er aber erst zum Hauptfeldweibel befördert werden, was mit dem Wechseln des entsprechenden Abzeichens einher ging. Beim anschliessenden Rundgang durch die Zimmer zeigte sich Loris zufrieden mit den akkurat gefalteten Bettdecken und den Gamellen, die in Reih und Glied aufgestellt waren.

Kurz vor der Heimfahrt wartete das letzte Highlight auf Loris: er wurde kurzerhand zum Hauptmann ernannt! Wohl kaum jemand hat innerhalb so kurzer Zeit die Karriereleiter schneller erklommen als Loris ... Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht kletterte er in das Militärfahrzeug und liess sich von Adjutant Unteroffizier Coldoni wieder nach Hause chauffieren. Was für ein Tag!

Das Ostschweizer Fernsehen TVO hat Loris' Wunscherfüllung mit der Kamera begleitet. Hier geht es zum Video.

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